„Artgerecht ist nur die Freiheit!“

- Ein Redebeitrag über Zirkusse mit Tieren -
alfred* (März 2010)

Zirkus bedeutet für die meisten Spannung, Glitzer und Getöse. Für den Menschen faszinierend, ist es für die nichtmenschlichen Tiere alles andere als das. Zirkusse mit Tieren bedeuten automatisch Unterdrückung. Tiere haben die Manege nicht ausgewählt, sie streben nicht nach Ruhm, wollen nicht „Stars der Manege“ sein. Tiere im Zirkus werden zu Dressurobjekten degradiert, um die Menschen zu unterhalten. Zirkus mit Tieren ist eine Form von Sklaverei.

[Dressur]
Die Kunststücke, welche von Tiere dargeboten werden, sind Ergebnis der Dressur.
Zwar wird von Zirkusleuten beteuert, dass die heutige Dressur sanft und liebevoll sei, die Tiere ihnen „Freund und Partner“ sein würden. Doch dies ist eine Illusion.
Schon die Bezeichnung „DressurOBJEKT“ sollte die Augen öffnen. Ziel der Dressur ist es, den Willen des „Dressurobjektes“ zu brechen und den eigenen aufzuzwingen. So gesehen ist Dressur eine Form von Gewalt.
Angst spielt eine wesentliche Rolle bei der Dressur. Es funktioniert nicht ohne die völlige Erniedrigung. Die Abrichtung erfolgt durch eine Kombination aus Belohnung und Strafe, das altbekannte Prinzip von „Zuckerbrot und Peitsche“. Mittel der Strafe sind unter anderem Schläge, Elefantenhaken und Dreizack, Anschreien und Nahrungsentzug.
Ohne diese Hilfsmittel wäre es nicht möglich, Tiere die artwidrigsten Vorführungen ableisten zu lassen.
Deshalb ist für uns klar: Dressur ist Folter.

[Gefangenschaft]
Der Zirkus bedeutet für Tiere ein Leben in Gefangenschaft.
Wenn sie nicht gerade in engen Käfigen zum nächsten Gastspielort transportiert werden, befinden sie sich in sogenannten „Außengehegen“. Doch die Unterbringung ist nicht annähernd vergleichbar mit dem Leben in Freiheit. Das Revier von Raubkatzen kann mehrere 100 Quadratkilometer umfassen, so dass es hier schon unrealistisch erscheint, „artgerechte Unterbringung“ zu fordern. Ein Flusspferd im Zirkus muss sich anstatt mit Flüssen und Seen mit einem mickrigen Planschbecken begnügen. Herdentiere werden oftmals isoliert von Artgenossen untergebracht, während Einzelgänger, wie z.B. Tiger, eine Zwangsgemeinschaft in Kauf nehmen müssen. Elefanten sind den Großteil des Tages angekettet.
Verhaltensauffälligkeiten, wie das kontinuierliche Hin – und Herlaufen von Großkatzen, oder das Hin- und Herschaukeln von Elefanten (das sogenannte „Weben“) , zeugen von den Auswirkungen der Gefangenschaft: Langeweile, Einsamkeit, Stress, Angst und Bewegungsmangel.
Der Lebensstandard, welchen Tiere in Freiheit genießen, kann unmöglich in Gefangenschaft erzeugt werden. Alle Bemühungen um eine artgerechte Haltung beruhigen bestenfalls das Gewissen.
Wir sagen: Artgerecht ist nur die Freiheit!

Wir beschränken uns mit unserer Kritik nicht allein auf die Art und Weise der Haltung oder die Dressurmethoden. Wir setzen uns nicht für größere Käfige oder das ausschließliche Wildtierverbot ein.
Das Zurschaustellen von Tieren ist prinzipiell entwürdigend. Es ist ein Ausdruck von Macht, die Macht der Menschen gegenüber nichtmenschlichen Tieren.
Jeder Applaus für Tiervorführungen ist ein Hohn gegenüber der Ausbeutung, die hier geschieht. Es ist das Aufrechterhalten und Untermauern einer Ideologie, welche den Menschen als „Krone der Schöpfung“ und nichtmenschliche Tiere als unser Eigentum ansieht, aus dem es gilt Profit zu schlagen.
Dabei sind Tierzirkusse nicht die einzige Form der Tierausbeutung. Ob die Gefangenschaft im Zoo, das Konsumieren von „tierischen Produkten“ in Form von Fleisch, Milch und Eiern, das Tragen von Leder oder Pelz oder das Quälen in Tierversuchen: dies alles ist Ausdruck des Herrschaftsverhältnisses, welches es zu durchbrechen gilt.

Für eine herrschaftsfreie Gesellschaft.




g